Der große Ratgeber:

AQUARELLPAPIER

Der große Ratgeber rund um Aquarellpapier

Gutes Aquarellpapier sorgt für maximalen Spaß beim Malen mit Aquarellfarben. Denn das richtige Papier ist wichtig, um die schönsten Effekte und Farbverläufe zu erzielen. Allerdings ist die riesige Auswahl an Aquarellpapier-Sorten für Einsteiger eine echte Herausforderung und mit vielen Fragen verbunden:

  • Was zeichnet hochwertiges Aquarellpapier aus?
  • Welches Papier ist wirklich gut?
  • Welche Sorte passt zu mir und meinen kreativen Bedürfnissen?
  • Worauf muss ich achten, wenn ich Aquarellpapier kaufen möchte?

Wir geben dir alle Antworten, die du brauchst. So gelingt dir der Einstieg in die Aquarellmalerei mit ganz viel Freude und Leichtigkeit!

Aquarellpapier Kaufratgeber

Warum überhaupt Aquarellpapier?

Es ist ein großer Unterschied, ob du mit deinen Aquarellfarben auf normalem Zeichen-/Kopierpapier malst oder auf speziellem Aquarellpapier. Durch die Beschaffenheit des Aquarellpapiers kommen die Farbpigmente deiner Aquarellfarben erst so richtig schön strahlend zur Geltung. Wenn du Wasser und Farbe beispielsweise auch in mehreren Schichten aufs Aquarellpapier gibst, können die für die Aquarellmalerei typischen Transparent-Effekte sowie einzigartige Farbverläufe entstehen.

Solltest du dich ins Aquarellmalen stürzen wollen, empfehlen wir dir unbedingt, das passende Papier zu verwenden – nur so wirst du den Zauber entdecken können, der in der Aquarellmalerei liegt.

Was zeichnet hochwertiges Aquarellpapier aus?

Wasser und Farben fließen auf gutem Aquarellpapier besonders leicht. Gleichzeitig ist es durch einen hohen Bestandteil an Baumwolle sehr saugfähig und nimmt die mit Wasser gemischten Farben schnell auf. Dank des Baumwoll-Anteils kann sich das Papier beim Malen ausdehnen und während des Trocknens wieder zusammenziehen. Durch die Kombination dieser Eigenschaften kommt es zu den bemerkenswerten Farbverläufen und Transparenzen, die wir aus der Aquarellmalerei kennen.

Aquarellpapier - speziell fürs Aquarellmalen

Worauf du beim Kauf von Aquarellpapier achten solltest

1. Aquarellpapier – Gewicht und Stärke machen den Unterschied

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des passenden Aquarellpapiers ist das Gewicht. Dieses ist ausschlaggebend für viel Spaß beim Malen. Sehr dünnes Papier (100 g Stärke oder weniger) wellt sich sehr schnell. Das Problem dabei: Es bilden sich oftmals Pfützen auf der Oberfläche, die das Weitermalen erschweren. Auch nach dem Trocknen gestaltet es sich schwierig, das gewellte Papier wieder glatt zu bekommen. Das alles kann die Kreativität und Freude ausbremsen.

Stabiles Papier, das mehr Gewicht mitbringt, beispielsweise 250 g oder, wie wir es gerne empfehlen 300 g, macht dagegen jeden Spaß und jede Idee mit!

Wenn du mit starkem Aquarellpapier arbeitest, kannst du zahlreiche Farbschichten anlegen und so viel Wasser verwenden wie du magst. Die Oberfläche hält es problemlos aus, wenn du dich mit Pinseln, Stiften und Radiergummi so richtig auf ihr austobst.

Das Credo heißt also: Je stärker und stabiler, umso besser. Umso flexibler, freier und vielfältiger kannst du deine Kreativität fließen lassen!

2. Die Oberfläche – welche passt zu dir?

Um herauszufinden, welches Aquarellpapier gut für dich ist, mache den Test:

  • Wie fühlt sich das Papier an, wenn du auf ihm malst?
  • Wie verhält sich die Oberfläche, wenn dein Pinsel und deine Farben mit ihr in Berührung kommen?

Es gibt drei Varianten, die für Einsteiger interessant sind:

  1. glattes Aquarellpapier (oft als satiniertes Papier bezeichnet)
  2. mattes Aquarellpapier
  3. raues Aquarellpapier

Glattes Aquarellpapier

Vorteile von glattem Aquarellpapier:

Wie der Name schon verrät, hat glattes Aquarellpapier eine sehr feine und ebenmäßige Oberflächenstruktur. Dadurch kommen die Farben sehr gut zur Geltung. Somit ist dieses Papier die richtige Wahl, wenn du besonders strahlende, kräftige und leuchtende Bilder entstehen lassen möchtest.

Zudem eignet es sich prima, um Transparenzen anzulegen. Wenn du beispielsweise verschiedene Farbschichten transparent übereinander legst, entsteht ein besonderer Leuchteffekt, der auf satiniertem, bzw. glattem Aquarellpapier besonders gut zur Geltung kommt.

Ein weiterer Vorteil der glatten Oberfläche: Du kannst die Farbe wieder leicht entfernen, wenn sie dir nicht gefällt.

Nachteile von glattem Aquarellpapier:

Auf der glatten Oberfläche kann es eine Herausforderung sein, bestimmte Farbverläufe zu erstellen, wenn du mit viel Wasser arbeitest. Raues Aquarellpapier dagegen saugt die Farben besser auf.

Wenn du also gerne viele Farben mischst, Farbverläufe kreierst, immer wieder mit Wasser ins Bild gehst, weil du dich ausprobieren möchtest, dann hast du an glattem Papier wahrscheinlich nicht so viel Freude. Doch letztlich darfst du selbst entscheiden, welches Papier sich in deinen kreativen Prozessen am besten für dich anfühlt.

Mattes Aquarellpapier – flexibles Malen mit viel oder wenig Wasser

Mattes Aquarellpapier, auch als feingekörnt bezeichnet, hat ebenfalls eine ebenmäßige, gleichmäßige Oberfläche. Allerdings ist hier, im Gegensatz zum glatten Papier, die Aquarellpapier-Struktur deutlich spürbar. Es eignet sich perfekt für flexible Trocken- und Nassarbeiten.

Das heißt, du kannst deine Farben mit wenig oder viel Wasser anmischen und wunderbare Ergebnisse erzielen! Das matte Aquarellpapier bringt tolle Fließeigenschaften mit – es bietet dir die Möglichkeit, Farben ineinander laufen zu lassen und bemerkenswerte Farbabstufungen zu gestalten.

Raues Aquarellpapier – Struktur für tolle optische Effekte

Charakteristisch für grobgekörntes, bzw. raues Aquarellpapier ist seine sehr strukturierte Oberfläche. Diese scheint auch noch durch, wenn das Bild schon fertig ist. Das kann ein wundervoller Effekt sein, vor allem dann, wenn er zum Bild passt. Bestimmte Motive kannst du mit Grundlage der Aquarellpapier-Struktur plastischer aussehen lassen, wie zum Beispiel eine Baumrinde, ein Holzhaus oder eine alte Steinmauer. Zudem ist raues Aquarellpapier, wie auch die matte Variante, bestens fürs Nass-in-Nass-Malen geeignet.

Tipp: Wenn du dein Bild in den Druck geben oder Motive auf eine Postkarte drucken lassen möchtest, empfehlen wir dir, mattes oder glattes, satiniertes Aquarellpapier zu verwenden. Denn sonst fällt die Oberflächenstruktur des rauen Papiers auf dem Druck optisch zu stark auf bzw. du musst aufwändiger digital nachbearbeiten.

Hot pressed und cold pressed Aquarellpapier – was ist der Unterschied?

Möglicherweise stößt du auf der Suche nach dem richtigen Aquarellpapier auf die Begriffe hot pressed und cold pressed. Dabei handelt es sich um Bezeichnungen, die dir ebenfalls Hinweise auf die Beschaffenheit der Oberflächenstruktur des Papiers geben. Hot pressed Aquarellpapier zeichnet sich durch seine glatte, wenig strukturierte Oberfläche aus. Charakteristisch für cold pressed Papier ist dagegen seine strukturierte matte oder raue Oberfläche. Wir arbeiten meist mit kaltgepresstem Papier, darauf arbeitet es sich auch für Einsteiger oftmals leichter.

Aquarellpapier Oberflächenstruktur

3. Aquarellpapier: Block oder Einzelpapier?

Wenn du Aquarell-Blöcke kaufen möchtest, dann solltest du darauf achten, dass die Blätter im Block mit einer Rundumverleimung versehen sind. Durch die Verleimung ist das Blatt gut fixiert, es wellt sich nicht und bleibt beim Malen straff. Läuft Farbe an den Seiten herunter, sind die anderen Papiere durch die Verleimung vor Farbflecken geschützt.

Du weißt nicht, wie du dein fertiges Bild, das mit den anderen Papieren verleimt ist, ganz leicht vom Rest des Aquarellblocks abtrennen kannst?

Unser Tipp: Wenn du genau hinschaust, dann entdeckst du eine kleine Stelle am Blockrand, die nicht verleimt ist – zum Beispiel an einer Ecke. Nimm dann beispielsweise ein Lineal zur Hand, schiebe es vorsichtig unter das Papier und löse es langsam ab, indem du mit dem Lineal um den Aquarellblock herumfährst.

Wie du mit Einzelpapier arbeiten kannst

Wenn du lieber Einzelpapier verwenden möchtest, dann befestige es auf einer glatten und ebenen Malunterlage, um einen straffen Effekt zu erzielen. Ist das Einzelpapier gut fixiert, wellt es sich nicht so stark und zieht sich automatisch wieder glatt, nachdem du nasse Farben verwendet hast.

So kannst du das Aquarell-Einzelpapier befestigen

Um das Einzelpapier zu befestigen, kannst du ganz normales Kreppband benutzen. Dies ist beispielsweise günstig im Baumarkt erhältlich. Wenn du Kreppband für empfindliche Untergründe wählst, lässt sich dieses leicht wieder abziehen und beschädigt das Papier nicht.

Solltest du nur normales Kreppband da haben, dann wärme es vor dem Abziehen einfach mit einem Fön an. Dadurch lässt es sich leicht abnehmen und das Papier kommt ohne Schaden davon.

Wie du gewelltes Aquarellpapier wieder glatt bekommst

Sollte dein Papier nach dem Trocknen noch gewellt sein, gibt es eine praktische Möglichkeit, um es wieder zu glätten. Drehe das Bild um, sodass die Rückseite nach oben zeigt. Nun kannst du es mit klarem Wasser einsprühen bis es gründlich befeuchtet ist. Platziere es jetzt zwischen zwei frischen Geschirrhandtüchern und beschwere alles mit einem großen Stapel Bücher.

Dabei sollte das unterste Buch in etwa so groß sein, wie dein Aquarellbild und dieses komplett abdecken. Nimm lieber ein paar Bücher mehr, denn Aquarellpapier kann widerspenstig sein! Nun solltest du mindestens 24 Stunden warten bis du dein nun hoffentlich glattes Bild wieder zum Vorschein holst.

Aquarellblöcke Ratgeber

4. Welches Aquarellblock-Format passt zu dir?

Dies sind die gängigsten Aquarellpapier-Formate:

  • 17×24 cm
  • 24×32 cm
  • 30×40 cm
  • Quadratische Blöcke
  • Postkartenblöcke

Wenn du erst mit dem Aquarellmalen beginnst, empfehlen wir dir, ein größeres Format, mind. 24 x 32 cm, zu wählen. Es bietet dir genug Fläche, um entspannt loszulegen und dich erst einmal auszuprobieren.

Eine kleinere Fläche lädt uns schnell dazu ein, uns in Details zu verlieren. Ehe du es dich versiehst, ist dein innerer Perfektionist im Spiel und möchte einen Preis für das schönste Bild gewinnen.

Also gönne dir eine große Fläche und gib dir genug Raum zum Malen und Ausprobieren.

Grundsätzlich soll natürlich das Format, mit dem du dich am wohlsten fühlst, deine erste Wahl sein. Doch, wenn du zwischen zwei Formaten schwankst, dann nimm lieber das größere und freue dich über viel kreativen Spielraum.

Aquarellpapier Marken

Um dir die Suche nach dem passenden Aquarellpapier zu erleichtern, stellen wir dir im Folgenden ein paar Aquarellpapier-Marken vor. Vorab sei gesagt: Um viel Freude am Malen zu haben, musst es nicht die teuerste Marke sein. Es gibt auch günstige Anbieter, die Papier von hoher Qualität im Sortiment haben. Am besten ist es, du probierst dich ein wenig durchs Sortiment verschiedener Hersteller – in der Praxis bekommst du schnell ein Gefühl dafür, mit welchem Papier du dich besonders wohl fühlst.

Hahnemühle

Im Jahr 1584 als Papiermühle im südniedersächsischen Solling gegründet, ist Hahnemühle eines der ältesten Unternehmen im Bereich Künstlerbedarf. Es startete mit handgeschöpften Papieren und nahm später unter anderem auch Künstlerpapiere ins Sortiment auf. Das Unternehmen zeichnet sich durch seinen hohen Qualitätsanspruch aus. Aus diesem Grund ist das hochwertige Aquarellpapier von Hahnemühle sehr beliebt. Auch bei uns im Happy Painting!-Team steht das Aquarellpapier von Hahnemühle ganz oben auf der Favoriten-Liste. Wir empfehlen dir zum Beispiel am liebsten Hahnemühle Britannia matt  – dieses Papier macht wirklich alles mit!

TRITART

TRITART ist ein Unternehmen aus kreativen Köpfen, die Menschen motivieren möchten, sich künstlerisch frei zu entfalten. Aus diesem Grund stellt TRITART Produkte im Bereich Künstlerbedarf her, die qualitativ hochwertig sowie einfach in der Handhabung und Anwendung sind. Mit dem Aquarellpapier von TRITART aus der Madagascar-Serie kannst du dich mit viel Spaß und Leichtigkeit deinem kreativen Flow hingeben.

ARTEZA

Erschwinglich und zugleich hochwertig ist auch das Aquarellpapier von ARTEZA. Dem Unternehmen ist es wichtig, Künstlerbedarf für Kreative auf den unterschiedlichsten Entwicklungsstufen anzubieten. Wenn du also das Aquarellmalen ausprobieren und zu Beginn deinen Geldbeutel noch schonen möchtest, sind die Aquarellblöcke von ARTEZA vielleicht interessant für dich.

Aquarellpapier von boesner und Gerstäcker

Hochwertiges Aquarellpapier findest du natürlich auch in den großen deutschen Kunstbedarfsgeschäften wie boesner und Gerstaecker. Mit den Aquarellblöcken von boesner „aquarelle 300“ und „guardi artistico/aquarello“ oder dem GERSTAECKER AQUARELL CLASSIC Aquarellblock bist du mit den Eigenmarken der großen Händler gut für den Einstig in die Aquarellmalerei gewappnet.

Übrigens – es geht auch auf Leinwand!

Wusstest du, dass du mit Aquarellfarben auch auf Leinwand malen kannst? Mehr dazu erfährst du hier.

Du bist gerüstet – und jetzt?

Wir hoffen, wir konnten dir hier einen guten Überblick verschaffen in unserem Ratgeber über Aquarellpapier.

Vielleicht hast du die ersten Papiere und Farben schon zu Hause und fragst dich nun, wie du am besten mit dem Malen beginnst? Dann schau doch mal bei unseren kostenlosen Aquarell Minikursen vorbei!

Mit der Happy Painting!-Methode fällt dir der Einstieg ins Malen ganz leicht – und du wirst schnell entdecken, wie viel Freude es macht, mit Aquarell zu experimentieren!

Ganz viel Freude beim Ausprobieren und: Happy Painting!