Aquarellmalen macht so viel Spaß! Es ist super auch für Anfänger geeignet und zugleich unglaublich vielfältig. Hier findest du meine besten Tipps, um mit Aquarellfarben noch leichter zu malen und noch bessere Ergebnisse zu erzielen!

Immer wieder erreichen mich verschiedene Fragen rund ums Aquarellmalen. Und so habe ich ein wenig gesammelt, um dir hier hilfreiche Tipps zu den häufigsten Fragen und Herausforderungen mit Aquarellfarben zu geben.

Aquarell Tipp Nr. 1: Beginne mit einer zarten und hellen Farbschicht!

Mit Aquarell erzielst du die schönsten Effekte, wenn du mehrere Farbschichten übereinander legst. Ich empfehle dir, mit der ersten Farbschicht sehr zart und leicht zu beginnen. Dann hast du die maximale Freiheit, um weitere Schichten an Farbe darüber zu legen. Je leichter die ersten Farben angelegt sind, umso besser lassen sie sich übermalen.
So kannst du auch noch nach dem ersten Farbauftrag entscheiden, ob die Farben so bleiben sollen – oder ob du noch einmal etwas komplett verändern magst.

Um eine leichte, zarte Farbschicht aufzutragen, verdünne deine Aquarellfarben mit viel Wasser, bevor du sie aufträgst. Je mehr Wasser beigemischt ist, umso zarter werden die Farben.

Mein Tipp: Beginne mit helleren Farben und steigere dich von Farbschicht zu Farbschicht weiter ins Dunklere und Intensivere. So bleibt dir im gesamten Malprozess der größte Spielraum an Möglichkeiten.

Aquarell Tipp Nr. 2: So gelingen dir Farbverläufe

Farbverläufe gehören gerade für Anfänger zu den größten Herausforderungen in der Aquarellmalerei. Aber nur Mut – es ist gar nicht so schwer und mit ein bisschen Übung gelingen dir die schönsten Übergänge von einer Farbe zur anderen!

Meine erste Empfehlung dazu:
Trage die Farben mit ordentlich Wasser gemischt auf. Je feuchter sie sind, umso leichter laufen die Farben ineinander. Wenn du Mühe mit Farbverläufen hast, liegt das im überwiegenden Fall wirklich daran, dass die Farben zu trocken sind.

Außerdem rate ich dir zu einem dickeren Pinsel! Es ist viel leichter, mit einem breiten Pinsel die Farbverläufe anzulegen als mit einem dünnen Pinselchen. Feuchte den Pinsel mit etwas Wasser an und gehe damit noch einmal gezielt über die Stellen, wo die Farben ineinander laufen sollen. Male einfach noch einmal von einer Farbe in die andere. Der Übergang entsteht so ganz zart, wie von selbst!

Aquarell Tipp Nr. 3: Mache Pausen und lasse die Farben trocknen!

Ich weiß, du bist im Flow und willst unbedingt “an einem Stück” dein Bild malen. Ich kenne die Ungeduld nur zu gut und auch ich mache ungerne Pausen beim Malen. Aber sie sind so wertvoll!

Zum einen helfen dir Pausen, dein Bild wieder aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen und wieder das große Ganze zu sehen, anstatt kleine Details. Das macht dir das Weitermalen viel einfacher. Zum anderen gibst du den Farben Zeit zu trocknen!

Du bringst die Farben mehr zum Leuchten, wenn du sie auf trockenen Untergrund aufträgst. Nur allzu oft passiert es sonst, dass dein schönes, leuchtendes Gelb in das zum Beispiel noch nicht trockene Lila verläuft – und schon hast du braunen, matten Schmodder auf dem Papier 😉 Wenn dir das Farben trocknen nicht schnell genug geht – nimm den Föhn! Das ist auch mein bester Freund, wenn ich schnell und ohne lange Wartezeiten mehrere Farbschichten übereinander anlegen möchte.

Aquarell Tipp Nr. 4: Wage dich an größere Formate!

Vielleicht denkst du, du probierst das Aquarellmalen erst mal auf kleinerem Papier aus – das ist schließlich günstiger und du “verlierst” nicht so viel, wenn du klein beginnst und das Bild nichts wird 😉 Aber das Gegenteil ist viel einfacher!

Nimm am besten von Anfang an eher ein großes Format. Denn das Malen mit Aquarellfarben ist so viel leichter, wenn du mehr Platz dafür hast. Dann brauchst du dich nicht in minikleine Details verlieren oder penibel kleine Formen ausmalen. Auch Farbverläufe und Effekte gelingen deutlich leichter, wenn du dir großes Papier zugestehst.
Ich rate dir mindestens zu A4-Größe, wenn du beginnst. Mein Favorit ist der Hahnemühle Britannia matt Aquarellblock in 24 x 32 cm Größe. *

Mittlerweile male ich natürlich auch viel auf kleineren Formaten. Aber gerade dann, wenn du noch viel ausprobieren und kennenlernen magst, ist das größere Papier dein Freund!

Aquarell Tipp Nr. 5: So korrigierst du kleine Fehler!

Schnell ist mal etwas daneben gegangen: Da findet sich auf einmal ein Farbspritzer da, wo er nicht hin sollte, du hast versehentlich über eine Linie gemalt oder einfach die falsche oder eine zu dunkle, zu intensive Farbe gewählt.

Kein Stress! 🙂 Auch in der Aquarellmalerei kannst du vieles ausbügeln – und das ganz leicht! Lasse die betroffene Stelle erst einmal trocknen. Dann nimm einen Pinsel zur Hand und feuchte ihn mit etwas Wasser an. Dann gehst du mit diesem wässrigen Pinsel (ohne Farbe) auf die betroffene Stelle und malst darauf, als würdest du Farbe auftragen. Du wirst sehen, wie die Farbe sich dadurch wieder abtragen lässt!
Wenn du den Effekt verstärken möchtest, tupfe anschließend mit einem Küchenpapier auf die Stelle, wo du die Farbe “entfernt” hast. Du wirst staunen, dass sich das Papier auf diese Weise sogar wieder weiß bekommen lässt!

Bitte sei aber gnädig mit kleinen Fehlerchen, die passieren: Die Zufälle sind es oft, die das Bild nachher ausmachen! Vieles kann man einfach stehen lassen, und weitermalen – und du wirst staunen, wie sich dein Bild entwickelt!

Ich hoffe, ich kann dir mit diesen Tipps das Aquarellmalen noch etwas erleichtern und dich ermutigen, zu den Farben zu greifen. Mit jedem Bild wirst du sicherer und vieles, worüber du am Anfang noch nachdenkst, gelingt dir irgendwann ganz spielerisch!

Alles Liebe für dich – und Happy Painting!

Deine

Clarissa